Und ein hohes “C” bitte…
Aug 10th, 2010 by Anke
Nach langer Abstinenz, endlich wieder ein paar Worte von mir. Ich kann es mir einfach nicht verkneifen, alle Soziologie-Studenten nach New York einzuladen. Ihr wollt eure Diplomarbeit, oder gar Doktorarbeit schreiben?
Dann seid ihr im 2 train genau richtig!
Gestern war die U-Bahn erstaunlicherweise relativ leer – relativ im Sinne von man stapelt sich nicht wie eine Sardine.
Nachdem an der 96. Strasse viele Leute ausgestiegen sind, wurde sogar ein Sitzplatz frei. Perfekt, um mein Buch auszupacken und zu lesen – „The age of American unreason“.
Mir gegenüber sass ein grosser schwarzer Mann – oder war das jetzt rassistisch? Naja, er war halt Afroamerikaner. Der hatte einen grossen Koffer vor sich aufgebaut und ich wunderte mich schon, wie er DAMIT überhaupt durch die Sicherheit gekommen ist? Sollten sich die Polizisten nicht auf derartig grosse Gepäckstücke stürzen, wenn man den Ansagen auf den Bahnhöfen trauen kann?
Jedenfalls packte der seinen Laptop aus und schaute sich einen Film an. Natürlich hatten wir alle was davon, denn er hatte keine Kopfhörer! Ich hätte ihm fast 20 Dollar in die Hand gedrückt, weil er mir so unglaublich leid tat. Ist ja auch logisch – bei einem teuren Laptop ist keine Geldreserve mehr da, um ein paar billige Kopfhörer zu erwerben.
Ich hab mich dann aber doch nicht getraut, weil er ziemlich ausdruckslos in meine Richtung starrte und ich mir nicht sicher war, ob er überhaupt noch einen Puls hatte. Immerhin will ich ja nicht wegen einem Paar fehlender Ohrwärmer verknackt werden.
Dann verkroch ich mich hinter meinem Buch.
Bis dann nur zwei Stationen weiter zwei Mädels, naja, körperlich zwei Wuchtbrummen, einstiegen und sich neben den Mann setzten.
Und dann ging die Gegenparty los.
Sie zückten beide ihre Handys und spielten den gleichen song ab. Aber nein, das ist nicht genug. Mit einer ihrer Körperstatur unangemessenen Piepsstimme fiepten die beiden – laut und völlig unmelodisch. Wo sie den Text nicht wussten, setzten sie einfach aus. Vielleicht sollte mal ihnen jemand stecken, dass sie nicht wirklich gute Chancen bei „American Idol“ haben. Vielleicht wäre ja der katholische Mädchenchor was für sie – aber damit kommt man ja nicht ins Fernsehen.
Also, Soziologieforscher hätten ihr wahres Vergnügen hier. Und kostengünstig wäare as auch – nur 2,25 $ !!